durch tiefgehende gesellschaftliche Veränderungen geprägt,
streng hierarchisch organisiert: drei Stände: Bauern, Geistliche, Adel; Bauern zahlenmäßig am meisten-> wirtschaftliche Grundlage der Gesellschaft, lebten in Abhängigkeitsverhältnisse zu Grundherren (Abgaben und Frondienste)
Geistlichkeit: verstand sich als Mittler zwisch. Gott und Menschen, Träger von Bildung u. Wissenschaft
Adel (Ritter): militärische Schutz, prägte polit. Leben
Grundlage politischer Ordnung: strukturierte nicht nur polit. Ordnung, sondern auch gesellschaftliche Selbstverständnis des Adels
König verlieh Land und Herrschaftsrechte an Vasallen, die ihm dafür lebenslänglich Treue, Verwaltungsdienste und militärische Unterstützung schuldeten. Treueverhältnis musste beim Tod eines Vertragspartners erneuert werden,
es entstanden große Fürstenhöfen-> wurden zu kulturellen Zentren;
Kunst u. Literatur lösten sich zunehmend von den Klöstern und verlagerten sich an die weltlichen Höfe-> nun Literatur haupt. im auftrag adeliger Mäzene geschaffen;
Weil Großteil des Puplikums nicht lesen konnte-> lit. Werke vorgetragen od. gesungen
bezeichnet umfangreiche erzählende Dichtung in Versform:ursprünglich für münd. Vortrag bestimmt;
im Hochmittelalter entwickelten sich zwei zentrale Formen: Höfische Epos, Heldenepos
orientierte sich an französischen Vorbildern (insb.: Artusromanen);
im Mittelpunkt: Ritter der Tafelrunde, die sich auf Aventiuren begeben, um ritterliche Tugenden unter Beweis zu stellen;
Charakterisch: sogenannte Doppelwegsstruktur: zunächst erfährt Held Anerkennung, gesellschaftliche Integration, pers. Glück. Durch eigenes Fehlverhalten od. Versagen gerät er in Krise, aus der er sich nur durch Bewährung, Einsicht, Läuterung befreien kann. Am Ende steht die erneute Aufnahme in die höfische Gemeinschaft
Hartmann von Aue: Erec, Iwein
Gottfried von Straßburg: Tristan und Isolde
Wolfram von Eschenbach: Parzival
-> diese Werke verbinden höfische Ideale mit psychologischer Vertiefung und religiösen Fragestellungen
greift ältere germanische Sagenstoffe auf, die Ursprung in Völkerwanderung haben;
hier stehen nicht Maß und Selbstkontrolle, sondern Konflikt, Gewalt und schicksalshafte Verstrickungen im Vordergrund. Helden weniger idealisiert und scheitern häufig an inneren und äußeren Zwängen.
Bekanntestes Werk: Nibelungenlied-> schildert Untergang der Burgunden
Liebeslyrik des Mittelalters: stellt eine der bedeutendsten literarischen Ausdrucksformen der höfischen Kultur dar;
12. Jahrhundert, südfranzösischer Raum-> verbreitete sich rasch in ganz Europa;
gesungen und musikalisch begleitet (Melodien selten überliefert)
eine idealisierte Form der Liebe (altmodisch);
meist unerfüllte Liebe eines Mannes zu adeligen Dame -> wird als veredelnd und moralisch formend verstanden und erhält gerade durch die Unerfülltheit ihren besonderen Wert
beschreibt idealisierte Verehrung einer meist unerreichbaren, häufig verheirateten adeligen Dame, bleibt überwiegend platonisch;
dient Darstellung höfischer Werte und gesellschaftlicher Ordnung
beschreibt erfüllte Liebe und ist stärker von Körperlichkeit und Nähe geprägt;
Tagelied: schmerzlicher Abschied zwei Liebender nach heimlicher Liebesnacht
Walther von der Vogelweide,
Hartmann von Aue,
Wolfram von Eschenbach,
Heinrich von Morungen,
Oswald von Wolkenstein
