Inkontinenz bezeichnet die fehlende oder mangelnde Fähigkeit des Körpers, Urin oder Stuhl zu halten und kontrolliert abzugeben. Es kommt zu einem ungewollten Urinverlust oder Stuhlabgang
Bei der Harninkontinenz kommt es zu einem unwillkürlichen Abgang von Urin. Es kann zu einem sozialen und/oder hygienischen Problem führen
ca. 10 Millionen, frauen deutlich öfter
Belastungsinkontinenz
Dranginkontinenz
Mischinkontinenz
Überlaufinkontinenz
Supraspinale und spinale Reflexinkontinenz
Extraurethrale Inkontinenz
Enuresis (nächtliches Einnässen bei Kindern)
Nykturie (nächtliches Wasserlassen bei Kindern)
- ausführliche Anamnese
- Miktionsprotokoll
- Pad-Test, ab 2g Urinverlust spricht man von inkontinenz
- Urethraabstrich
- hustentest
- gynäkologische Untersuchung
Es richtet sich nach der Form:
- physikalische Therapiemaßnahmen
- beckenbodentraining
- Blasentraining-> normale Blasenkapazität
- Toilettentraining
- Miktionshaltung (z.b. Beckenkippen)
- geht über alle Altersklassen hinweg -> häufigste Form
- mit "Stress" ist nur eine rein mechanische Belastung gemeint
- ein plötzlich erhöhter intraabdomineller Druck führt zu unkontroliertem Harnabgang
- meiste Ursache ist eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur
- is durch einen überfallartigen, unkontrollierbaren Harndrang mit anschließendem unwillkürlichen Harndrang gekennzeichnet
- tritt besonders in folgenden Situationen auf: Geräusch von laufndem Wasser, Wechsel von warm zu kalt, Angst, Aufregung vorallem wenn keine Toilette vorhanden ist, beim "schlüssel umdrehen", bei genuss reizender Speisen
- Motorische Dranginkontinenz: der Harnblasenmuskel ist hyperaktiv, Ursachen können zum beispiel MS und morbus parkinson sein
- sensorische Dranginkontinenz: die sensorischen Nervenimpulse sind verstärkt, Ursachen können auch Entzündungen sein
- Mischform von Belastungs- und Dranginkontinenz
- die Ursache kann eine Kombination aus den Ursachen sein
- unwillkürlicher Urinabdrang verbunden mit einer passiven Überdehnung der Blase
- Überlaufinkontinenz ist eine fortgeschrittene Form der Blasenentleerungsstörung mit fortdauernden Abgang kleinster Harnmengen aus der maximal gefüllten Harnblase
- Männer sind häufiger betroffen
- störungen, die eine Ursache in der neurologischen Steuerung der Blasenfunktion
- symptome sind abhängig von der Läsion
- tritt bei manchen Formen der Querschnittslähmung auf
- es kommt zu einem unwillkürlichem Abgang von Urin durch eine Umgehung des Schließmuskels
- ursachen können u.a. Harnleitermissbildungen, Fisteln von Harnleitern oder Harnblase zur haut, Anus oder Vagina in Betracht
Enuresis:
- Kinder ab 5 Jahren verlieren unabsichtlich Urin
- man unterscheidet verschiedene Formen, am häufigsten ist das Bettnässen
- im Wachzustand sind sie trocken
Nykturie:
- betroffene müssen mehrfach ihren Nachtschlaf unterbrechen
- Grundsätzlich davon abhängig wie viel man vorher trinkt
- schwäche der Beckenbodenmuskulatur
- störung der Blasenfunktion
- störung der sensorischen Nervenfasern
- operative Eingriffe
- Fisteln an Harnleitern
Bei der Stuhlinkontinenz verliert der Mensch die Kontrolle über seinen Darminhalt. Dies können Darmgase, Darmschleim oder Stuhlgang sein
Primäre Stuhlinkontinenz:
- direkte Schäden an den Nerven
- Schlaganfall
- Bandscheibenvorfall
- Gehirntumor
- Querschnittslähmung
Sekundäre Stuhlinkontinenz:
- andere Erkrankungen lösen eine Darmschwäche aus
- geschädigter Schließmuskel
- geschwächter Beckenboden
- Morbus Crohn
- Colitis Ulcerosa
- information und aufklärung
- Beckenbodentraining
- erlernden der korrekten Defäkationstechnik
- stuhlformende Ernährung
- Medikamente
- Hilfsmittelberatung
