Utilisateur
Neuigkeit [Aktualität]: Die Ereignisse, auf die sich die Themen beziehen, liegen nur einige Minuten, Stunden oder Tage zurück –je nach Erscheinungsintervall (= Periodizität) des jeweiligen Mediums. Bei Live-Berichterstattung wird sogar Gleichzeitigkeit erreicht. Auch Themen, die nicht direkt an Ereignisse gekoppelt sind, haben Gegenwartsbezug.
Faktizität: Es handelt sich um tatsächliche Ereignisse und nicht um Fiktionen. Die Regeln des Journalismus sehen Faktenüberprüfungen vor.
Relevanz: Die Themen sind wichtig für die Zielgruppe des jeweiligen Mediums, mitunter für die gesamte Gesellschaft
Berufbezeichnung ist in der BRD nicht geschützt - Prinzip der Berufsfreiheit und des offenen Berufszugangs
Sprachliche Dimension: Journalistische Darstellungsformen (Texte, Bilder, audio-visuelle Beiträge)
Professionelle Dimension: Regelmäßige Publikation, disperses (Massen-) Publikum, professionelle Standards, Unabhängigkeit, Bildung von Redaktionen, Ressorts, Auswahl der Themen, Produktion der Beiträge, Ausbildung etc.
Gesellschaftliche Dimension: Öffentliche Aufgabe: Themen von öffentl. Interesse, Kritik, Kontrolle usw.
- Interactions among older and newer media logics (bundles of technologies, genres, norms, behaviors, and organizational forms)
- Focus on overlaps and in-between-spaces
- Informationsfunktion
- Meinungsbildungsfunktion (freue und offene Argumentation für Mehrheiten und Minderheiten)
- Kontrollfunktion (Kontrolle und Kritik – aufspüren und berichten über Missstände)
Ausrichtung auf die Jerstellung und Bereitstellung von Themen zur öffentlichen Kommunikiation.
- Empirisch
o Was und wie berichten die Medien?
o Wie wirken Medienbeiträge?
- Normativ
o Wie sollen Medien berichten)
o Was dürfen Journalisten (nicht) tun?
Autonomie und Unabhängigkeit sind Schlüsselbegriffe und zentrale Ansprüche oder Werte des Journalismus
- Fremdbeobachtung vs. Selbstdarstellung (strategische Kommunikation für einen Akteur)
- Gemeinwohl vs. Partikularinteressen
- > Bedeutung von Kritik
- Politik: Öffentlichkeit herstellen, Artikulation von Meinungen, Kontrolle und Kritik, Frühwarnfunktion, Partizipation und Aktivierung
- Wirtschaft: Konsum-/ Verbaucherinformation, Warenzirkulation, Beschäftigung/ Arbeitsplätze, Wertschöpfung in der Medienbranche
- Kultur + Soziales: Orientierung und Lebenshilfe, Integration in die Gesellschaft, Bildung und kulturelle Entfaltung, Unterhaltung und Entspannung
Deutscher Journalisten-Verband e.V.
-Journalistinnen und Journalisten haben die Aufgabe, Sachverhalte oder Vorgänge öffentlich zu machen, deren Kenntnis für die Gesellschaft von Bedeutung ist.
-Journalistin oder Journalist ist, wer professionell Informationen, Meinungen und Unterhaltung mittels Wort, Bild, Ton oder Kombinationen dieser Darstellungsmittel über analoge und digitale Medienkanäle erarbeitet und verbreitet
- …
Journalisten:
- recherchieren und berichten unabhängig, sorgfältig und umfassend. Sie achten die Menschen-würde und Persönlichkeitsrechte
- recherchieren, gewichten und veröffentlichen nach dem Grundsatz „Richtigkeit vor Schnelligkeit“.
- Machen keine PR
- Verzichten auf jegliche Vorteilsnahme und Vergünstigung
- Unterscheiden erkennbar zwischen Fakten und Meinungen
- „Journalism is printing what somebody else doesn’t want printed - everything else is public relations
Abnehmende Allgemeinheit (Geltungsbereich) und Verbindlichkeit:
Menschenrechte/ Verfassungsnormen
Gesetze
Rechtsprechung
Pressekodex
Redaktionelle Statute und Regeln
- United Nations, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948), Artikel 19:
- Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.
Pressefreiheit nimmt weltweit ab
- Ziel der jährlichen Ranglisten: Grad der Pressefreiheit von Medienschaffenden und Medien in 180 Ländern oder Gebiete zu vergleichen (basiert auf einer Definition von Pressefreiheit)
- Jamal Khashoggi getötet (sachlicher Kritiker des saudischen Königshauses)
- Barometer der Pressefreiheut 2025: 55 getötet, 189 verhaftet, 10 entführt, 3 vermisst
Artikel 5:
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei
zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen
Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die
Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden
gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der
allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze
der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die
Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
- 1962, veröffentlichte der Spiegel einen Artikel „Bedingt abwehrbereit“. Dieser setzte sich kritisch mit der Einsatzbereitschaft der Bundeswehr auseinander. Er berichtete. Dass die Bundeswehr bei einem Angriff des Warschauer Pakts nicht in der Lage wäre, effektiv zu kämpfen und dass die meisten ihrer Waffen unzuverlässig seien. Der Artikel basierte auf vertraulichen Dokumenten, die dem Spiegel von einem Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums zugespielt worden waren.
- Es folgte eine heftige Reaktion der Regierung: Es wurde behauptet, der Spiegel hätte geheime militärische Dokumente veröffentlicht und dass dies eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstelle
- > Beschlagnahmung der Ausgaben des Spiegels am Kiosk und Verbot für weitere Veröffentlichungen
- > auf Chef des Spiegels und andere Mitarbeiter würden Durchsuchungen der Büros und Wohnungen durchgeführt
- > Augstein wurde für mehrere Wochen verhaftet und dann auf Kaution freigelassen
Proteste der Öffentlichkeit (Angriff auf die Pressefreiheit und ein Beispiel für den Missbrauch von Macht durch die Regierung)
Demonstrationen und Solidaritätsbekundungen für den Spiegel
Regierung setzte eine Untersuchungskommission ein: Geheime Informationen wurden veröffentlicht, aber diese waren nicht als Staatsgeheimnisse klassifiziert. Daher tatsächlich Pressefreiheit verletzt
Führte zu einem tieferen Misstrauen gegenüber der Regierung, Bewusstsein für die Bedeutung der Pressefreiheit
Auch internationale Auswirkungen (Verschlechterung Beziehung US und Deutschland – Stabilitäts Hinterfragung)
Medien erfüllen eine öffentliche Aufgabe, indem sie informieren, Diskussionen ermöglichen und Macht kontrollieren. Deshalb werden sie als „Vierte Gewalt“ bezeichnet – neben Legislative, Exekutive und Judikative.
Watchdog-Funktion:
Journalismus soll Regierung und mächtige Akteure kritisch beobachten, Missstände aufdecken und Fehlverhalten öffentlich machen. Diese Kontrollfunktion schützt die Demokratie.
Fälle wie Watergate, Pentagon Papers, Spiegel-Affäre, Panama Papers zeigen, dass investigativer Journalismus politische Konsequenzen haben und demokratische Kontrolle stärken kann.
Es gibt keine staatliche Vorabkontrolle journalistischer Inhalte
Politiker dürfen Medien nicht anweisen oder Beiträge verhindern
Versuche politischer Einflussnahme („Spin-Doktoren“)
Beschwerden, öffentlicher Druck, Meinungsklima
Soziale Sanktionen sind keine Zensur, können aber abschreckend wirken.
Problematisch wird es bei Ausgrenzung von Minderheiten oder Opposition.
unter eins: alles zitierfähig
unter zwei: anonym zitierbar
unter drei: vertraulich
Journalismus ist keine geschützte Berufsbezeichnung.
Jede Person kann journalistisch tätig sein.
Presseausweise werden von Verbänden vergeben, nicht vom Staat.
Prinzip: Staat mischt sich nicht ein, Redaktionen entscheiden selbst.
Föderale Ordnung: Medienpolitik ist Ländersache.
Duales Rundfunksystem:
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk (ARD, ZDF)
Private Sender
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk:
Staatsfern, aber gesetzlich geregelt
Finanziert durch Rundfunkbeitrag
Auftrag: Information, Bildung, Beratung, Unterhaltung
Grundsätze: Objektivität, Ausgewogenheit, Meinungsvielfalt
Beide politische Seiten empfinden Medien als voreingenommen gegen die eigene Position, selbst wenn die Berichterstattung sachlich und ausgewogen ist
Digitale Öffentlichkeit (Neue Akteure: Blogs, YouTube, Social Media)
Chancen: Mehr Vielfalt, Korrektiv zu Leitmedien
Risiken: Desinformation, Hass/ Manipulation
prägen öffentliche Agenda und politische Debatten
ein getöteter Journalist, der als sachlicher Kritiker und nicht als radikaler Gegner des saudischen Königshauses galt.
„… Eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse ist ein Wesenselement des freiheitlichen Staates; insbesondere ist eine freie, regelmäßig erscheinende politische Presse für die moderne Demokratie unentbehrlich. …“
„… Soll der Bürger politische Entscheidungen treffen, muss er umfassend informiert sein, aber auch die Meinungen kennen und gegeneinander abwägen können, die andere sich gebildet
haben.
Die Presse hält diese ständige Diskussion in Gang; sie beschafft die Informationen, nimmt selbst dazu Stellung und wirkt damit als orientierende Kraft in der öffentlichen Auseinandersetzung.
In ihr artikuliert sich die öffentliche Meinung; die Argumente klären sich in Rede und Gegenrede, gewinnen deutliche Konturen und erleichtern so dem Bürger Urteil und Entscheidung. …“
- Bundesverfassungsgericht – für alle Medien: Informieren, Orientieren, Meinungsbildung ermöglichen, gesellschaftliche Diskussion in Gang halten
- Medienstaatsvertrag – für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Kultur, Bildung, Information, Beratung, Unterhaltung
- Pressefreiheit
- Auskunftsrechte bei Behörden
- Zeugnisverweigerungsrecht und Redaktionsgeheimnis (Quellen, Informanten Schutz, Beschlagnahmeschutz)
- Urheberrecht
- Staatliche Subventionen
- Tendenzschutz
- Wahrheitstreue, wahrheitsgemäß berichten
- Sorgfaltspflicht
- Persönlichkeitsrechte achten
- Haftung
- Verantwortlichkeit transparent machen, Impressumspflicht
- Presserechtliche Instrumente: Gegendarstellung
- Quellen und Informationen auf Wahrhaftigkeit und Wahrheitsgehalt prüfen -> Recherche
- Zwei- Quellen-Prinzip
- Abstand von Gerüchten
- Verdachtsberichterstattung ist zulässig, aber nur bei Relevanz und Mindestbestand an Beweistatsachen, Unschuldsvermutung beachten
- Die andere Seite hören (Betroffene/ Beschuldigte aktiv um Stellungnahme bitten
(2) Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind bei
der Erfüllung ihres Auftrags der verfassungsmäßigen
Ordnung und in besonderem Maße der Einhaltung
journalistischer Standards, insbesondere zur
Gewährleistung einer unabhängigen, sachlichen,
wahrheitsgemäßen und umfassenden Information und
Berichterstattung wie auch zur Achtung von
Persönlichkeitsrechten verpflichtet.
Ferner sollen sie die einem öffentlich-rechtlichen Profil
entsprechenden Grundsätze der Objektivität und
Unparteilichkeit achten und in ihren Angeboten eine
möglichst breite Themen-
- Liberal/ repräsentativ
- Republikanisch/ partizipatorisch
- Deliberativ
- Agonistisch
- Eines der größten regionalen Medienhäuser Deutschlands
- 4 Hauptstandorte:
- Mainz, Wetzlar, Darmstadt, Wiesbaden
- • Die Redaktion:
o 4 große lokale Einheiten, jeweils in kleineren
o Teams
o Zentralredaktion, Digital - Hub, Print- Hub
o Bereich Content Development für digitale Weiterentwicklung (Audio, Bewegtbild, Storytelling, etc.)
- Veränderung der Mediennutzung
- Vertrauenskrise & fehlende Medienkompetenz
- Kostensteigerungen (Energie, Logistik, Austräger, etc.)
- (Zu) langsame digitale Transformation
- KI-Entwicklungen
-> Wie entwickelt man eine Redaktion, die viele Jahre gewachsen ist, in einem so schnellen Tempo weiter, wie es aktuell nötig ist?
- Jeder Artikel muss einer Bedürfniskategorie entsprechen
- Reporterinnen sollen vor der Recherche entscheiden, welche
- → Recherche/ Fragen nach Bedürfniskategorie stellen
- Überschrift, Teaser und Bild sollen auf Bedürfnis hindeuten
- Themenauswahl nach Bedürfniskategorien: hilft bei Themen – Brainstorming
- Themenkarrieren: Mehrere Artikel zu einem Thema
- Virtuelle Teams, die eine konkrete Zielgruppe im Blick haben
- Erstellen von Inhalten explizit für diese Zielgruppe
- Entwickeln von Formaten/ Kanälen für diese Zielgruppe
- Ein paar journalistische Basics braucht es für den Start
- Offenheit für Menschen und ihre Themen
- Theoretische Grundlagen zur Interviewführung können enorm helfen, die Interviewqualität zu erhöhen
- Kommt mit Menschen ins Gespräch, baut euch in einer Region Netzwerke auf und übt!
- Praktika, freie Mitarbeit etc.
- Unerlässlich: Nach dem Studium ein journalistisches Volontariat
Tatsachenbetont, tatsachenorientiert: Sachlich-informierend, Erzählerisch-informierend
Meinungsbetont, meinungsorientiert: Kommentar, Leitartikel etc
Allgemeine journalistische Regel: lieber konkret als abstrakt. Der Grad der Konkretion ist jedoch abhängig von der Darstellungsform.
- Sprache sachlich – plastisch
- Das Wichtigste zuerst – Abfolge von Szenen
- Informieren, schnellen Überblick geben – miterleben lassen, informieren, Details erkennen
- User needs: update me, keep me on trend – inspire me, divert me, give me Perspektive
Kern: An der Spitze (wichtigste Infos zuerst):
Die zentralen Fakten stehen am Anfang des Textes: Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie?
→ fasst das Wesentliche zusammen.
Mittlerer Teil: Einzelheiten
Ergänzende Informationen, Hintergründe, Zitate und Zusammenhänge.
Unterer Teil: Hintergrund
Details, Beispiele und weniger wichtige Zusatzinformationen.
- Kiss: Keep it short and simple:
- Satzlänge begrenzen und variieren
- S-P-O Schema, keine Schachtelsätze
- Aktiv vor passiv
- Prüfe stets, ob es einfacher geht
ARD streicht 12 Radioprogramme
Er regelte Organisation, Auftrag und Finanzierung des Rundfunks.
Ziel war es, Medienvielfalt, Meinungsfreiheit und Staatsferne zu sichern.
Er galt für öffentlich-rechtliche und private Rundfunkanbieter.
->
Der Rundfunkstaatsvertrag wurde 2020 durch den Medienstaatsvertrag (MStV) abgelöst, der stärker auf digitale Medien und Plattformen ausgerichtet ist.
Es erklärt, warum Menschen Medien nutzen und welche Bedürfnisse sie damit befriedigen möchten. Es kommt aus der Uses-and-Gratifications-Forschung und stellt das Publikum als aktiv handelnd dar.
Zentrale Bedürfnisse (User Needs):
Keep me on trend
Inspire me
Divert me (Unterhaltung, Ablenkung und Entspannung)
Educate me: Wunsch nach Wissen, lernen
Give me perspective (Meinungen, unterschiedliche Sichtweisen)
Update me
- Mantel: Seiten einer Zeitung, die sich mit überregionaler Berichterstattung über den Lokalteil der Zeitung legen
- Unterschiedliche Titel eines Verlags haben oft denselben oder einen sehr ähnlichen Mantel
- Vollredaktion/ Kernredaktion: erstellt den Mantel
- Publizistische Einheit (Maßzahl zur Messung der Pressekonzentration: Innerhalb einer „Publizistischen Einheit“ haben alle Tittel bzw. Ausgaben weitgehend den gleichen Mantel – ist aber immer schwieriger abzugrenzen
Redaktion (journalistische Leistungen)
- Historisch erst Mitte 19. Jh. Voll herausgebildet; früher oft in einer Hand mit Verlag, Druck, Vertrieb
- Ressortbildung, Kernressorts: Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport
- Weitere Ausdifferenzierung: Lokales, diverse weitere Ressorts je nach Medium, wie Dossier, Seite 3, Meinung, Gesellschaft, Freizeit usw.
- Generalisten und Spezialisten
- Hierarchie mit herausgehobenen Positionen: Chefredaktion, Ressortleitung, Chef/ in vom Dienst
: plant, organisiert, redigiert Beiträge, betreut Reporter, Korrespondenten und Freie; befindet sich in der (Zentral-) Redaktion. In Deutschland wird „Redakteur/in“ zudem als allgemeine Angabe des Berufsstatus verwendet und bezeichnet alle, die ein journalistisches Volontariat oder eine vergleichbare Ausbildung absolviert haben und/oder fest in einer Redaktion angestellt sind
berichtet direkt von Ereignissen und Schauplätzen, nimmt Termine außerhalb der Redaktion wahr.
berichtet dauerhaft von einem Ort jenseits des Redaktionssitzes, z.B. aus einer anderen Stadt oder dem Ausland. Manchmal wird der Begriff auch für inhaltliche Spezialisierungen verwendet (rechtspolitische Korrespondentin, bildungspolitischer Korrespondent u.ä.).
schreibt Kommentare und Leitartikel. Diese Tätigkeit braucht nicht die einzige Aufgabe zu sein. In Deutschland werden Kommentare bzw. Leitartikel oft, aber selten ausschließlich von Mitgliedern der Chefredaktion oder Ressortleitung geschrieben. In den USA ist es üblich, dass Zeitungen eigene Meinungsressorts haben, in Deutschland besteht diese Trennung bisher nur ansatzweise.
unterstützen durch Archivmaterial, gezielte Recherchen oder Faktenchecks. Faktenchecker erstellen u.U. auch eigene Beiträge in entsprechenden Formaten.
betreut und moderiert Online-Communities und den Dialog mit den Publika
- Lokal- und Regionalzeitungen, z.B. Allgemeine Zeitung, Stuttgarter Nachrichten, Hannoversche Allgemeine Zeitung
- Überregionale Abonnementzeitungen, z.B. FAZ, SZ, WELT
- Boulevardzeitungen, z.B. BILD, Express (Köln)
- Wochenzeitungen, z.B. DIE ZEIT, Der Freitag, WamS
- Nachrichtenmagazine und Illustrierte, z.B. Der Spiegel, Focus, stern
- Monatsmagazine, z.B. Cicero
- Wirtschaftspresse (Zeitungen und Magazine), z.B. Handelsblatt, Wirtschaftswoche, Börsen-Zeitung, Capital, manager magazin
- Sportpresse, z.B. kicker, 11 Freunde
Medien mit herausgehobener Bedeutung für die Öffentlichkeit und die gesellschaftliche Kommunikation aufgrund ihrer:
- Reichweite: beim allg. Publikum oder bei entscheidenden Gruppen
- Einflussreichen, meinungsprägenden Rollen
- Exklusiven und/oder intensiven Berichterstattung
- Mainstream-Medien vs. alterative Medien
- ARD mit NDR, rbb, HR, SWR etc.
- ZDF
- Funk
- Deutschlandradio
- Redaktionelle Linie: politisch-weltanschauliche Richtung eines Medienangebots
- Äußere Medienvielfalt: breites Angebot an verschiedenen Medien mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten, politischen und weltanschaulichen Positionen
- Innere Vielfalt (Binnenpluralismus): unterschiedliche Positionen (Meinungen) innerhalb derselben Redaktion und entsprechend unterschiedliche Beiträge
- taz: grün-alternativ
- FR: sozialdemokratisch-gewerkschaftlich
- SZ: linksliberal, akademisch
- FAZ: konservativ-bürgerlich, liberal-intellektuell, „Professorenblatt“
- WELT: wirtschaftsliberal, konservativ
„Im Stil an echte Nachrichten angelehnte, gezielt in die Welt gesetzte Unwahrheiten, die sich meist über soziale Medien verbreiten. Aber auch: ein beleidigter Ausdruck für unliebsame Berichterstattung oder Medien, ähnlich dem deutschen Ruf Lügenpresse“.
- Als Kampfbegriff: Medien und ihre Darstellungen angreifen und delegitimieren
- Im weiten Sinne: dubiose, falsche bzw. gefälschte Nachrichten bzw. Informationen und Kommunikationen
- Im engeren Sinne: gezielt lancierte falsche Nachrichten, die wahre Nachrichten imitieren
Definition in der Wissenschaft:
„Aktuelle Desinformation“ als
a) Kommunikation
b)Wissentlich und
c) Empirisch falscher Informationen zu
d)Neuen und relevanten Sachverhalten mit dem
e) Anspruch auf Wahrheit
-> Täuschungsabsicht als Kriterium? Ohne Absicht: Missinformation, Fehler
2018 kam heraus, dass ein junger, mit Journalistenpreisen ausgezeichneter Reporter – Claas Relotius – in diversen Artikeln falsch berichtet harre, u.a. Personen und Situationen geschildert hatte, die nicht existieren
dass innerhalb eines einzelnen Mediums oder einer Redaktion unterschiedliche Meinungen und Perspektiven vorkommen.
Nicht alle Journalist:innen in einer Redaktion denken gleich.
Es gibt verschiedene politische, weltanschauliche oder fachliche Sichtweisen. Diese Vielfalt zeigt sich z. B. in Kommentaren, Analysen oder unterschiedlichen Ressorts.
Wahr ist eine Aussage, wenn sie mit der Realität übereinstimmt (Abbildung der Wirklichkeit).
Wahr ist, worüber sich vernünftige Menschen im idealen Diskurs einigen können.
Wahr ist, was widerspruchsfrei in ein bestehendes System von Aussagen passt.
Realismus: Es gibt eine objektive Wirklichkeit, unabhängig von Beobachtenden.
Konstruktivismus: Wirklichkeit wird durch Wahrnehmung, Sprache und soziale Prozesse konstruiert.
Wahr ist, was praktisch funktioniert und sich im Handeln bewährt.
Die ehrliche Absicht, die Wahrheit zu suchen und nicht bewusst zu täuschen.
Fakten: überprüfbare, belegbare Sachverhalte
Faktizität: der Status des Tatsächlichen, unabhängig von Meinungen
Aussagen sind für andere nachvollziehbar und überprüfbar, nicht nur subjektiv wahr.
- Orientierung an Tatsachen, Wahrheitsorientierung
- Unvoreingenommenheit, Unparteilichkeit, Unabhängigkeit
- Absehen von eigenen Ansichten (Subjektivität), keine Meinung einfließen lassen, nicht „missionieren“
- Multi-Perspektivität
- Fairness, Ausgewogenheit, „balance“
- Sachlichkeit, Nüchternheit, Distanziertheit
Einwände gegen die Objektivitätsnorm:
- Historischer Wandel von Normen, Werten, Sichtweisen
- Kulturelle Unterschiede
- Unvermeidbare Subjektivität
- Selektive Auswahl von Themen, Aspekten, Positionen etc.
- Einfluss von Herrschaftsverhältnissen, Ideologien
- …
- Legitime subjektive Darstellungsformen im Journalismus
- Medienkritik ist normal und notwendig in einer pluralistischen Demokratie
- Problematisch wird sie, wenn sie pauschal, feindselig und delegitimierend wird („Lügenpresse“, „Fake News Media“).
- Vorwurf: Medien täuschen die Bevölkerung systematisch und arbeiten mit der Politik zusammen.
- Krisen (z. B. Corona) können Medienvertrauen wieder stärken.
- Medien bilden Realität nicht ab, sondern konstruieren Wirklichkeit.
- Ursache: Medienlogik (Arbeitsweisen, Routinen, Produktionsbedingungen).
- Das heißt nicht, dass Journalismus systematisch lügt.
- Frames = Deutungsrahmen, die bestimmen, wie ein Thema erscheint.
- Wirkung oft unbewusst, ohne offene Wertung.
- Beispiele:
- Bildung: Leistung vs. Chancengerechtigkeit
- Politik: Strategy Frame (Machtkampf) vs. Policy Frame (Inhalte)
- Framing beeinflusst Problemdiagnosen & Lösungsrichtungen.
- Medien bestimmen, worüber die Gesellschaft spricht.
- Auch im digitalen Zeitalter bleiben Redaktionen einflussreich.
- Agenda-Setting-Effekt:
- Was häufig berichtet wird, gilt als wichtig.
- Themenkonjunkturen können politischen Akteuren nutzen oder schaden.
- Finanzströme sind global, Regulierung oft national begrenzt → Kontrolllücke.
- globales, stark strukturiertes Netzwerk investigativer Journalisten
- klarer Anspruch auf Watchdog-Funktion („Vierte Gewalt“)
- Investigativer Journalismus = Accountability Reporting (Starkman):
- Enthüllt verborgene, relevante Informationen
- Unabhängig von offiziellen Quellen
- Paradebeispiele für globalen investigativen Datenjournalismus
- Schaffen eine transnationale Öffentlichkeit
- Thema der Studie: Arbeit und Zusammenarbeit von Journalisten im ICIJ bei den Panama und Paradise Papers
- Methode: Online-Umfrage 2018 unter 67 Journalisten aus 42 Ländern (quantitativ + qualitativ)
- Zentrale Ergebnisse:
- Trotz unterschiedlicher Herkunft teilen die Journalisten gemeinsame professionelle Normen, Arbeitsroutinen und ethische Standards
- Das ICIJ fungiert als stark strukturierte, zentrale Koordinationsstelle für globale Recherchen
- Bedeutung des Datenjournalismus:
- Digitale Technologien ermöglichen die Analyse riesiger, geleakter Datensätze
- Internationale Kooperation macht kosten- und zeitintensive Recherchen überhaupt erst möglich
- Stärkung der Watchdog-Funktion gegenüber politischen und wirtschaftlichen Eliten
- Arbeitsweise:
- Teamarbeit und Arbeitsteilung (nach Ländern, Personen, Stories oder technischen Aufgaben)
- Intensive Zusammenarbeit zwischen Journalisten, Datenexperten und Redaktionen weltweit
- Umgang mit Leaks und Quellen:
- Hohe Akzeptanz anonymer Quellen bei strenger Verifikation
- Zentrales Leitprinzip: öffentliches Interesse
- Klare Abgrenzung von ungefiltertem Aktivismus (z. B. WikiLeaks)
- Herausforderungen:
- Komplexität und Umfang der Daten
- Strenge Geheimhaltungsvorgaben des Netzwerks
- Zeitdruck, Ressourcenmangel und Koordinationsaufwand
- Schwierigkeiten bei Veröffentlichung, v. a. in Ländern mit geringer Pressefreiheit
- Risiken:
- Bedrohungen, juristischer Druck, Belästigungen bis hin zu Gewalt
- Persönliche und berufliche Konsequenzen für Journalisten
- Fazit:
- Das ICIJ ist ein zentrales Modell für globalen investigativen Journalismus
- Internationale Netzwerke erhöhen Wirkung und Sicherheit, bleiben aber organisatorisch anspruchsvoll und riskant
o Zentrale demokratische Funktion des Journalismus.
o Journalisten überwachen Politik, Wirtschaft und andere Machteliten.
o Ziel: Machtmissbrauch aufdecken und Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen.
o Besonders wichtig im investigativen Journalismus (z. B. Panama Papers).
o Journalisten verstehen sich als neutral, sachlich und unbeteiligt.
o Klare Trennung von Information und Meinung.
o Keine Parteinahme, keine Einmischung → klassisches Ideal des Nachrichtenjournalismus.
o Journalisten ordnen Ereignisse ein, analysieren und erklären Zusammenhänge. Gehen über reine Faktenvermittlung hinaus.
o Ziel: dem Publikum Orientierung und Verständnis zu geben.
o Subtil normativ, aber faktenbasiert.
- Keine Scheu, Mächtige zu kritisieren und Fehlverhalten aufzudecken
- Keine Pflicht, bestimmte Inhalte/ Meinungen zu veröffentlichen
- Kein Vorlegen von Beiträgen vor der Veröffentlichung
Spezialfall Zitate und verschriftlichte Interviews
- Quellen und Informationen (Tatsachenbehauptungen) auf Wahrhaftigkeit und Wahrheitsgehalt prüfen → Recherche
- Abstand von Gerüchten, Vermutungen, unbestätigten Meldungen (auf diese verzichten oder als solche kenntlich machen)
- Zwei-Quellen-Prinzip, Quellen prüfen
- Redaktionelle Kontrolle, Mehraugen-Prinzip
- Verdachtsberichterstattung ist zulässig – aber nur bei Relevanz (öffentlichem Interesse) und Mindestbestand an Beweistatsachen; Unschuldsvermutung
- Offenheit von Recherchen, Unvoreingenommenheit, Fairness
- „Audiatur et altera pars“: die andere Seite hören, Betroffene / Beschuldigte aktiv um Stellungname bitten (right of reply), mit Rechercheergebnisse und Vorwürfen konfrontieren: Konfrontation
-> Recherche und Fairness sind für den Journalismus zentral
> Regierungen, Behörden (Auskunftsrechte)
➢ Parlamente, Ausschüsse, Untersuchungsausschüsse
➢ Politiker/Parteien und deren Mitarbeiter/Referenten
➢ Anwälte und Staatsanwaltschaften
> Archive, Datenbanken, Register (Grundbuch, Handelsregister,
Markenregister, Melderegister usw.)
➢ Experten (aus Hochschulen, Stiftungen usw.)
➢ Augenzeugen und Betroffene
➢ Beschäftigte/Mitglieder aus Ämtern, Betrieben, Vereinen etc.
(Insider, Whistleblower); zugespieltes Material
➢ Social Media, OSINT (open source intelligence)
➢ Eigene Anschauung (als Reporter)
„In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass den Verlautbarungen amtlicher Stellen wie insbesondere der Staatsanwaltschaft ein gesteigertes Vertrauen entgegengebracht werden darf“
Grenzen der Recherche:
Bei der Beschaffung von personenbezogenen Daten, Nachrichten, Informationsmaterial und Bildern dürfen angewandt werden.
Richtlinie 4.1: Grundsätze der Recherchen
sich geben grundsätzlich zu erkennen. Unwahre Angaben des recherchierenden Journalisten über seine Identität und darüber, welches Organ er vertritt, sind grundsätzlich mit dem Ansehen und der Funktion der Presse nicht vereinbar.
Verdeckte Recherche ist im Einzelfall gerechtfertigt, wenn damit Informationen von besonderem öffentlichen Interesse beschafft werden, die auf andere Weise nicht zugänglich sind.
Enthüllungen der SZ und des Spiegels führten zum Ende der Regierungskoalition in Wien. Nun soll es Neuwahlen geben 2019. Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat einer russischen Oligarchen Nichte Illegale Gegenleistungen angeboten, wenn sie ihm zum Wahlsieg hilft.
Berufsgeheimnis
Die Presse wahrt das Berufsgeheimnis, macht vom
Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch und gibt Informanten ohne deren ausdrückliche Zustimmung nicht preis.
Die vereinbarte Vertraulichkeit ist grundsätzlich zu wahren.
Pressekodex, Richtlinie 5.1 – Vertraulichkeit
Hat der Informant die Verwertung seiner Mitteilung davon abhängig gemacht, dass er als Quelle unerkennbar oder ungefährdet bleibt, so ist diese Bedingung zu respektieren. Vertraulichkeit kann nur dann nicht bindend sein, wenn die Information ein Verbrechen betrifft und die Pflicht zur Anzeige besteht. Vertraulichkeit muss nicht gewahrt werden, wenn bei sorgfältiger Güter- und
Interessenabwägung gewichtige staatspolitische Gründe überwiegen, insbesondere wenn die verfassungsmäßige Ordnung berührt oder gefährdet ist.
> Wahrhaftigkeit von Personen, Authentizität von Material
➢ Exklusivität und Relevanz der Informationen
➢ (Sachwissen, Kompetenz)
➢ (Unvoreingenommenheit, „edle“ Motive)
Werden die Angaben einer Quelle durch weitere Quellen
bestätigt? Gibt es (auch / weiteres) authentisches Material
(Schriftstücke, Bilder, Filme o.ä.)?
Verantwortliche, Verdächtige, mutmaßliche Täter meist zuletzt – zuvor Zeugen, Opfer, Experten
dann evtl. wieder zurück zum Anfang (Recherchespirale)
Achtung: Stets auch Entlastendes recherchieren!
eine Person, die Missstände, illegale Handlungen oder unethisches Verhalten innerhalb einer Organisation (z. B. Staat, Unternehmen, Militär) öffentlich macht oder meldet.
bezeichnet eine Form des Journalismus, bei der Medien Geld oder andere Vorteile an Personen zahlen, um exklusive Informationen, Interviews oder Enthüllungen zu bekommen.
Aktualität/ Relevanz
Interaktivität
Transparenz/ Reflexivität
Originalität
Objektivität
Verständlichkeit
Vielfalt
Aktualität
Relevanz
Glaubwürdigkeit
Unabhängigkeit
Recherche
Kritik
Zugänglichkeit
Hintergrundberichterstattung
Regionaler/lokaler Bezug
Makro: gesamtes Mediensystem, Leutsungen insgesamt
Meso: einzelne Redaktonen, Debatten zu bestimmten Themen
Mikro: einzelne Beiträge, einzelne Entscheidungen etc.
Verschiedene Darstellungsformen, genres, Mediengattungen, Verschiedene Anspruchsniveaus und Zielgruppen
bezieht sich auf die Normen, Prinzipien und Werte, die Journalist:innen bei ihrer Arbeit leiten, um verantwortungsbewusst, fair und glaubwürdig zu berichten. Es geht darum, die Balance zwischen Informationspflicht, Wahrheitstreue und gesellschaftlicher Verantwortung zu wahren.
Kernaspekte:
1) Wahrhaftigkeit & Genauigkeit – Berichterstattung muss faktisch korrekt und überprüfbar sein.
2) Unabhängigkeit & Neutralität – Journalisten sollen sich nicht von Interessengruppen oder finanziellen Anreizen leiten lassen.
3) Verantwortung & Transparenz – Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit, Umgang mit Quellen und ethische Reflexion eigener Entscheidungen.
4) Schutz von Betroffenen – Sensibler Umgang mit Opfern, Minderjährigen oder gefährdeten Personen.
• Was soll ich tun, was sollen wir tun?
• Wie soll ich (wir), wie will ich (wir) leben?
• Was ist gut? Was ist gerecht?
• Wie soll unsere Gesellschaft aussehen?
Moral als System von Forderungen und Werten
Ethik als philosophische Disziplin (Philosophie der
Moral, Moralphilosophie)
Beispiele: Tugendethik, Pflichtethik,
konsequentialistische Ethik
Diverse Schulen innerhalb der jeweiligen Richtung,
z.B. Utilitarismus, Diskursethik
Unterschiede in grundlegenden Fragen, z.B.
- Universalität versus Relativität
- Kognitivismus versus Emotivismus
„Handle so, daß du die Menschheit sowohl in deiner
Person, als [auch] in der Person eines jeden andern
jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel
brauchst.“
Deskriptive Ethik: untersucht die Moral und die ethischen Sichtweisen von Akteuren, Kulturen, Epochen, z.B.: Was denken Journalistinnen und Journalisten, was moralisch geboten ist in der
Berichterstattung über Tote?
Normative Ethik: untersucht, was moralisch richtig ist, wie Forderungen der Moral aussehen und was moralisches Handeln ausmacht, z.B.: Wie sollten Menschen mit Toten umgehen, woher
lässt sich diese Forderung ableiten – und was folgt daraus für den Journalismus?
Metaethik: untersucht die Bedeutung moralischer Begriffe und den Charakter moralischer Aussagen, z.B. die Wahrheitsfähigkeit, die semantischen und logischen Eigenschaften, auch im Vergleich zu empirischen Aussagen.
Rechtstreues Handeln aus Einsicht vs. rechtstreues Handeln aus Angst vor Strafe
Handeln aus Pflicht vs. pflichtgemäßes Handeln
Juristische Instrumente/Konsequenzen:
• Gegendarstellung
• Unterlassungsanspruch
• Widerruf, Richtigstellung
• Schadensersatz
•
...
Ethische „Instrumente“/Konsequenzen:
• Öffentliche und interne Diskussionen, shaming
• Rügen des Deutschen Presserats
• Freiwillige Korrekturen, Entschuldigungen
• Interne Sanktionen, Regeln in Medienunternehmen
- Es gibt auch sensible und seriöse Beiträge in dem Genre
- Sensationsgeil und voyeuristisch
- Ohnmacht der Opfer
- Verletzungen von Persönlichkeitsrechten
- Gedankenlos, rein profit- oder reichenweitorientiert
- Ohne ethische Selbstbindung
„Der Deutsche Presserat ist die Freiwillige
Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien in
Deutschland. Er tritt für die Einhaltung ethischer
Standards und Verantwortung im Journalismus ein
sowie für die Wahrung des Ansehens der Presse. Als
Selbstkontrolle verteidigt der Presserat
die Pressefreiheit gegen Eingriffe von außen.“
Diesem gehören zwei Verleger- und zwei Journalistenorganisationen an:
- Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV)
- Deutscher Journalisten-Verband (DJV)
- Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju)
- Medienverband der freien Presse MVFP
Diese vier Organisationen entsenden jeweils zwei Mitglieder in den sogenannten Trägerverein. Das Gremium beschäftigt sich mit finanziellen, personellen und organisatorischen Grundlagen des Presserats.
Über inhaltliche ethische Fragen diskutiert das Plenum.
Finanziert wird die Arbeit des Presserats aus zwei Quellen: Trägerverbände und Bund
